18. März 2026: Alte Synagoge

Besuch der Begegnungsstätte

Der Wuppertaler Stadtrat beschloss im Jahr 1987 den Bau einer Gedenkstätte als Ausstellungs- und Begegnungsort zur Erinnerung und Darstellung jüdischen Lebens in unserer Region – genau an dem Ort, an dem die ehemalige Elberfelder Synagoge 1938 während der Novemberpogrome durch Brandstiftung zerstört worden war. Unser sachkundiger Führer, wie wir, auch Student an der Bergischen Universität, erläuterte anhand historischer Fotos und dreier Holzmodelle der Synagogen Elberfeld, Barmen und Langenberg unterschiedliche Baustile und Glaubensauffassungen der Gemeinden. Allen gemeinsam war die frühe Alphabetisierung der Gemeindemitglieder, die rasch zu einem höheren Bildungsstandard führte. 

Durch viele Objekte, die von jüdischen Familien dem Museum gestiftet worden waren – von der Nähmaschine einer Schneiderei bis zu feinen Porzellantässchen und einem Schleifmesser – bekamen wir ein anschauliches Bild des damaligen Lebens. Familienfotos und Fotos einzelner Kleinbetriebe und des eleganten Kaufhauses Tietz vertieften diesen Eindruck. Dank vieler erhaltener Briefe und dem Aufbau von Kontakten zu überlebenden Familienmitgliedern ist die Geschichte einzelner Familien in den letzten Jahren detailliert erforscht und dargestellt worden. Im Außenbereich konnten wir noch einen Blick auf die Reste der alten Synagogenmauer werfen und wurden auch auf die Gedenktafel am neuen Eingang hingewiesen.


21 der vfsa-Mitglieder nahmen an der Führung teil. Die angeregte Diskussion wurde beim anschließenden Treffen weitergeführt, manche von uns waren so interessiert, dass sie bald einen weiteren Besuch planen.  

Angela Mahnkopf 

 

Fotos:  Ursula Bartschat, Angela Mahnkopf, Stefan Kocke


Besuch des von-der-Heydt-Museums Wuppertal

Ausstellung „Freundschaftsanfrage No. 3“

Am 4. Dezember lud der vfsa seine Mitglieder zu einem gemeinsamen Besuch des von-der-Heydt-Museums mit anschließendem Kaffeetrinken ein. Die Veranstaltung, die mit zwei Gruppen geplant war, stieß auf positive Resonanz. Daran änderte auch die kurzfristige Absage einer Museumsführerin nichts. Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmenden die Erläuterungen zu den ausgestellten Kunstwerken. Den gelungenen Abschluss des Nachmittags bildete das gemütliche Beisammensein in der City Kirche in Wuppertal-Elberfeld. Bei Kaffee und Kuchen wurde lebhaft über die Ausstellung diskutiert.

Mit der Ausstellung „Freundschaftsanfrage No. 3“ setzt das von-der- Heydt-Museum Wuppertal seine erfolgreiche Reihe fort: Werke der klassischen Moderne treten mit zeitgenössischen, künstlerischen Positionen bewusst in einen direkten Dialog. 


Die Ausstellung präsentiert Werke von Jaana Caspary, Guido Jendritzko und Markus Karstieß. Trotz unterschiedlicher künstlerischer Handschriften verbindet alle drei ein gemeinsames Interesse: das Denken vom Material aus. Keramik, Alltagsobjekte und abstrakte Skulptur werden nicht nur als ästhetische Formen gezeigt, sondern als Träger von Bedeutung, Wahrnehmung und Erfahrung. So entstehen spannende Dialoge zwischen Malerei und Plastik, Farbe und Oberfläche, Leinwand und Keramik. Die Objekte wirken durch ihre Eigenständigkeit und fordern die Besucher zu einer neuen Wahrnehmung auf. 


Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Bildhauer Markus Karstieß. Er verleiht dem archaischen Werkstoff "Keramik" zeitgenössische Aktualität. Seine großformatigen Skulpturen sind rätselhaft, die Formen wirken eigenwillig und verstörend. Mensch und Fabelwesen, Figuration und Abstraktion, die Wahrnehmung erlaubt unterschiedliche Interpretationen und erschwert eine exakte Festlegung. Die schillernden Glasuren der Oberflächen reflektieren das Licht und scheinen sich ständig zu verändern. Obwohl die Skulpturen statisch sind, vermitteln sie Bewegung und Sinnlichkeit. Ihre eigentliche Verwandlung findet daher weniger im Objekt selbst als im Blick der Betrachtenden statt. Karstieß nutzt Keramik als Ausdrucksform, die körperlich, sinnlich und zugleich konzeptuell erfahrbar ist. Seine Skulpturen treten u.a. in einen intensiven Dialog mit Werken der klassischen Moderne von Edvard Munch und Paula Modersohn Becker.

Sie eröffnen neue Perspektiven auf bekannte Bildwelten. 


Gemeinsam ist allen drei Künstlern die Auseinandersetzung mit Fragen um Form, Oberfläche, Transformation und Wahrnehmung. Freundschaftsanfrage No. 3 lädt dazu ein, bekannte Sehgewohnheiten zu hinterfragen und Kunst als lebendigen Dialog zu betrachten

Ulla Harms-Krupp 

Fotos: Angela


Fakten und Mythen der Psychologie

Um dieses Thema drehte sich der vom vfsa organisierte Vortrag von Prof. Dr. Meinald Thielsch am Nachmittag des 28. Oktober 2025 im Vortragssaal der Universitätsbibliothek. Professor Thielsch arbeitet seit September 2024 als Professor für Arbeits- und Umweltpsychologie an der Bergischen Universität, zuvor war er viele Jahre als außerplanmäßiger Professor am Psychologischen Institut der Universität Münster tätig. Der sehr interessante und kurzweilige Vortrag wurde von Prof. Thielsch interaktiv gestaltet, so dass sich die Teilnehmenden aktiv einbringen konnten. Er stellte zu verschiedenen Behauptungen ja/nein-Fragen und verglich unsere Antworten mit vorliegenden Studien zu dem jeweiligen Thema.

Der Vortrag selbst war in drei Teile unterteilt: Allgemeines zur Entstehung von Mythen, Beurteilung von Personen und Der Mensch in Gefahr. Am Ende stellte sich Professor Thielsch noch für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung, was von den Zuhörern ausgiebig genutzt wurde.

Fazit:

Die Veranstaltung war außerordentlich gut besucht. Wir konnten 47 Teilnehmende zählen, die sowohl aus den Reihen des vfsa waren, aber auch Außenstehende, die durch Pressemitteilungen in verschiedenen Medien auf diese Veranstaltung aufmerksam wurden. 
Drei Mitglieder des Vereinsvorstandes kümmerten sich um die Vorbereitung des Raums und mussten auch während des Vortrags immer wieder Platz schaffen für weitere Besucher.

Wir denken:   

Eine rundum gelungene Vortragsveranstaltung!


Evelyn Königshoff

Fotos:  Clemens Cording 


4. September 2025:  Vortrag in der Citykirche

„Vox populi, vox Rindvieh“ ?

Mit diesem etwas provokanten Titel luden das Weiterbildungszentrum der Bergischen Universität (ZWB) gemeinsam mit dem vfsa zu einem sehr gut besuchten Vortrag der beiden Historiker PD Dr. Georg Eckert und Dr. Thorsten Beigel in der City-Kirche Wuppertal ein.

In der aktuellen politischen Gemengelage reklamieren insbesondere Populisten die Übereinstimmung ihrer Forderungen mit „Volkes Stimme“ als dem angeblichen Willen der Mehrheit der Bevölkerung. Aber wer ist denn das „Volk“?

Wie unbestimmt, komplex und uneindeutig der Begriff „Volk“ seit der Antike, der Wiege der westlichen Demokratie, bis heute ist, erläuterten die beiden Referenten anschaulich an Beispielen. Die Stimme des Volkes als Ausdruck der Volkssouveränität wechselte in historischer Perspektive zwischen der Stimme des Volkes als Gottes Stimme (vox populi vox Dei) über verschiedene Varianten bis hin zu der abfällig ironisch bezeichneten Stimme des Volkes als „Rindvieh“ (Franz Josef Strauß im Bundestag).

Für die Zukunft der Demokratie bedeutet das, dass es keine Patentlösung gibt, zwischen dem „guten Volk“ und dem damit verbundenen Vertrauen in die Volksherrschaft und dem „bösen Volk“ mit dem Misstrauen gegenüber der Masse als ungeeignetem Souverän. Beide Hinsichten werden seit der Antike diskutiert und finden im Grundgesetz Art. 20 Abs. 2 ihre vorläufige Festlegung: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, ausgeübt allerdings als repräsentativer Wille im Rahmen der indirekten Demokratie.

Im Anschluss an den lebendigen Vortrag der beiden Historiker stellten Frau Reimann und Herr Kukuk vom ZWB der Universität das Studium für Ältere vor, was sicher einige der BesucherInnen zur Anmeldung für das kommende Semester anregte.

Helmut Magel

Fotos:  Clemens Cording 


22. Juli 2025

vfsa-Grillfest zum Semesterabschluss

Zum Abschluss des Sommersemesters 2025 lud der Verein zum traditionellen Grillfest auf die AStA-Ebene ein. Der Vorstand und einige Mitglieder hatten für Salate, Dips, Gegrilltes, für Süßspeisen und Getränke gesorgt.

Angemeldet hatten sich 37 ältere Studierende, die fast alle gekommen waren, sogar einige darüber hinaus. So gut war bisher noch kein Grillfest besucht. Gefreut hat uns, dass Frau Professorin Molzberger als Wissenschaftliche Direktorin des Weiterbildungszentrums (ZWB) der Uni Wuppertal, ihre Mitarbeiterin Frau Reimann und Herr Dr. Kukuk gekommen sind, und auch Frau Schrettenbrunner, die früher im ZWB mit unserem Verein zusammenarbeitete.

 

Das Fest verlief ausgesprochen lebendig. Da wir mit Regen rechneten, hatten wir genügend Tische und Stühle im AStA-Großraumbüro aufgestellt, wo sich immer wieder kleine Gesprächskreise mit spontanen Unterhaltungen ergaben. Nach kurzen Schauern zeigte sich der Himmel versöhnlich, so dass Tische und Bänke auf der Terrasse aufgestellt werden konnten und bis zuletzt mit lebhaft diskutierenden Gästen besetzt blieben – mit freier Aussicht auf die Stadt unter wolkenbelebtem Himmel. Dem Grill und den beiden Grillmeistern Bernhard und Rolf machte der kurze Regen nicht viel aus.

 
Von den Speisen und Getränken blieb am Ende so gut wie nichts übrig – ebenfalls ein gutes Zeichen für einen gelungenen Nachmittag.

Helmut Magel

Fotos:  Grillfest, Helmut & Angela ||  Uni, FraJo


14. August 2025

Vortrag über Kriminalprävention

Trotz des schwül-heißen Wetters kamen am letzten Donnerstag 20 Mitglieder des vfsa im AStA-Großraumbüro zum Vortrag über Kriminalprävention zusammen. Kriminalhauptkommissar Schroer und der ehrenamtliche, polizeilich geschulte Senioren-Sicherheitsberater Rolf Schönneis referierten interaktiv und sehr informativ zu den Themen Telefonbetrug, Phishing, Romance Scamming und Internetkriminalität.

Zahlreiche hilfreiche Tipps gegen Betrugsversuche wurden gegeben und fast alle unsere Fragen konnten beantwortet werden. Als konkrete Maßnahme wurde beispielsweise empfohlen, den eigenen Adress-Eintrag im Telefonbuch löschen zu lassen, um zu verhindern, dass Betrüger darüber den Wohnsitz älterer Personen ermitteln können (über Vornamen, die früher typisch waren). Ein weiterer Tipp war, sich bei unbekannten Anrufern nicht mit Namen, sondern mit „Hallo“ zu melden (übrigens auch nicht mit „Ja“, weil das als Zustimmung zum Beispiel zu einem Vertragsabschluss missbraucht werden könnte).

 

Eine Verhaltensänderung, die mir recht schwer fallen wird, weil mir früher beigebracht wurde, wie unhöflich das ist. Beide Referenten zeigten bei ihren Beispielen immer auch ein Gefühl der Wertschätzung und Empathie den Opfern gegenüber – die neben der Tragik des finanziellen Verlustes oft auch starke Scham empfinden. Wir bekamen vielfältige Strategien vermittelt, mit deren Hilfe wir uns gegen Betrugsversuche wehren und vor Betrug schützen können. Versehen mit vielen praktischen Tipps und mit gestärkter Selbstwirksamkeit ließen wir das Gehörte in angeregten Gesprächen bei Kaffee und kalten Getränken nachwirken und tauschten uns darüber aus, womit jede(r) am besten anfangen wird. 

 

Angela Mahnkopf

Fotos: Sabine Dörr, Angela Mahnkopf


25. Juni 2025

vfsa-Exkursion zum Arboretum Burgholz

Das Thema Wald und Klima ist hochaktuell und wird in den verschiedenen Medien kontrovers diskutiert. Das Waldpädagogische Zentrum (WPZ) Burgholz bietet hierfür weiterführende Informationen an. Im Rahmen einer sehr kompetenten Führung durch Dirk Wagenführ (WPZ) wurden uns die Zusammenhänge von Klima und Waldzustand sehr spannend präsentiert.

 

Langanhaltende Trockenheit, Stürme und nicht zuletzt die Landwirtschaft wirken auf den Wald ein und erfordern Maßnahmen von der Waldwirtschaft. So müssen empfindliche Baumarten (Fichten) durch resistente Arten ersetzt werden. Das WPZ experimentiert mit Waldflächen, die man sich selbst überlässt und nur ganz gezielt in den natürlichen Kreislauf eingreift. Die Führung wurde durch viele Anekdoten und Fragespielen zu Baumarten aufgelockert. Dirk Wagenführ jedoch sieht sich und das WPZ auf verlorenem Posten, da immer mehr Personal durch Zusammenlegen von Forstrevieren eingespart wird und von der Politik zu wenig Unterstützung käme. Der sehr gelungene Nachmittag wurde von den 15 Teilnehmern des Ausflugs im Café Born (Cronenberg) beendet.

 

B.Czeska

Fotos:  Arboretum, Angela || 


Jung gegen Alt – vfsa auf dem Campusfest

Am 03. Juni 2025 nahm der vfsa zum dritten Mal mit einem eigenen Stand am Campusfest der BUW teil. Schon bevor wir alles aufgebaut hatten, wollten sich zwei Studenten unbedingt am Wissensquiz erproben und im Lauf des Nachmittags war das Interesse so groß, dass in den beiden Gruppen „Jung gegen Alt“ beim Wissensquiz sogar mehrere Personen gegeneinander spielten. Das Cornhole-Spiel war nicht nur für ein kleines Mädchen sehr attraktiv, sondern auch für unsere Rektorin Frau Professor Wolff und für Frau Dönges (Leiterin der Presseabteilung), die Freude daran hatten, gegen uns anzutreten. Es gab viel zu lachen, interessante Gespräche übers Studieren und viele freundliche und witzige Kommentare. Auch unsere kleinen Preise und Trostpreise (Traubenzucker-Lutscher) kamen bei allen gut an.


Unsere Präsenz an der Uni – die Gruppe der älteren Studierenden ist verglichen mit den jungen Studierenden ja relativ klein – machten wir mit unserem Roll-up, einem Banner („Studieren ist keine Frage des Alters“), Plakaten, Informationsmaterial und in vielen Gesprächen deutlich. 


Beim gemeinsamen Spielen kamen wir mit den jungen Studierenden jenseits von Vorlesungen und Seminaren auf unbeschwert-fröhliche Weise in Kontakt. Dabei konnten wir im persönlichen Austausch über das Studium für Ältere informieren, auch mit dem Gedanken, neue Interessenten (Eltern oder Großeltern der jungen Studierenden) zu werben.  
Wie in den letzten Jahren hatte die Abteilung Uni-Marketing das Fest hervorragend geplant und organisiert. Unser Campusfest-Team war am Abend etwas erschöpft und fast stimmlos, zugleich aber hoch zufrieden mit der guten Resonanz, die wir bekommen hatten.

Angela Mahnkopf für die vfsa-Vorstands-Campusfestgruppe


Ausstellung und Show „Vincent van Gogh“ im Visiodrom

Am 27. März trafen sich 23 Mitglieder, um die gerade eröffnete Ausstellung und Show zu Vincent van Gogh im Visiodrom in Wuppertal-Heckinghausen zu besuchen. Das Visiodrom, ein inzwischen überregionaler Anziehungspunkt, ist allein schon interessant. Anfang der 1950er Jahre als Gaskessel zur Versorgung der Bevölkerung im Osten Wuppertals gebaut, wurde er 1997 stillgelegt. 2019 begann sein neues Leben als „Visiodrom“. Die 360° Leinwand hüllt den Zuschauer ein und gibt das Gefühl, mitten in der Lichtshow zu sein. Mit einer Leinwand von 38 Meter Durchmesser und 47 Meter Höhe sowie 33 Hochleistungsprojektoren gelingt dies faszinierend. Damit entsteht eine 6.500 Quadratmeter große Projektionsfläche, die größte Europas. Mit jährlich wechselnden Ausstellungen hat das Visiodrom immer wieder Neues zu bieten.

Wir waren in der erst am 15. März neu eröffneten Ausstellung zu Vincent van Gogh. Im Erdgeschoß gab es zahlreiche Bilder und Informationen über das Werk und das Leben des Künstlers, der schon mit 37 Jahren aus dem Leben schied. Nachgebildet war auch ein Teil des Kaffeehauses in Arles, das im berühmten Bild verewigt ist. Danach fuhren wir mit dem Aufzug hoch ins wahrlich imposante Visiodrom. Dort auf bequemen „Knautschliegen“ erlebten wir eine 30minütige Lichtshow, die uns die Werke des Künstlers, teils animiert, riesengroß mit allen Einzelheiten zeigte. Auch allein die Farben die van Gogh nutzte, zeigten sich immer wieder auf der riesigen Leinwand rundum. 

Mal tauchten die Bilder groß auf, um dann in Farbelemente geteilt um uns herunter zu rieseln oder aufzusteigen. Unterstützt durch Musik mit Louis Armstrong, Jonny Cash und vielen anderen war es ein tolles Erlebnis. Wer wollte, konnte danach noch auf das Dach des Gaskessels steigen oder fahren und einen Blick auf Oberbarmen wenden. Durch das schöne Wetter sah man von Schwelm im Osten bis zur Hardt im Westen. 

Anschließend trafen sich alle Teilnehmer zu einem Mittagessen im angeschlossenen Restaurant und konnten angeregt die Erlebnisse austauschen und auch schon Pläne für das kommende Sommersemester diskutieren.

Hubertus Engelmann

 

Fotos:  Visodrom, Hubertus Engelmann


Wie weit kann man KI-generierten Informationen vertrauen?

Um diese Frage drehte sich im Kern der vom vfsa organisierte Vortrag von Prof. Hendrik Heuer von der BUW am 13. November 2024, zu dem ca. 40 Zuhörerinnen und Zuhörer gekommen waren.

 

Prof. Heuer erläuterte anschaulich, wie Portale wie ChatGPT intensiv mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten, um Texte zu generieren und Vorhersagen über das nächste Wort in einem gegebenen Kontext zu treffen. Jedes Wort wird dabei mit einer Wahrscheinlichkeit in Bezug auf die vorhergehenden Wörter assoziiert. Wenn ein Nutzer eine Eingabe macht, analysiert das Modell den bisherigen Text und verwendet die gelernten Wahrscheinlichkeiten, um das wahrscheinlichste nächste Wort auszuwählen. Sobald man zwei oder drei Buchstaben ins Suchfenster eingegeben hat, wird der Begriff vervollständigt – und, oh Wunder – Google weiß, was man sucht …  Aber trotz dieser Fortschritte gibt es keine Garantie dafür, dass die generierten Inhalte faktisch korrekt sind.

 

Die Wahrscheinlichkeitsberechnungen basieren auf den Trainingsdaten, die selbst Fehler enthalten können. Sie perpetuieren und verstärken vorgefundene Wahrscheinlichkeiten, sind also nicht innovativ; deshalb werden die Ergebnisse umso schlechter, je mehr die Portale auf von KI generierte Texte zurückgreifen. Auch wird in den Texten (mit Ausnahme von z.B. perplexity.ai) die Quelle nicht angegeben und der Output nicht auf Korrektheit überprüft. Dabei können eklatante Fehlinformationen vorkommen (sog. „Halluzinationen“, völlig falsche statistische Angaben), die für die Nutzenden ohne eigene Recherchen nicht erkennbar sind.

Wie damit umgehen?

 

„Professor Hendrik Heuer sieht die Zukunft der Vertrauenswürdigkeit von Künstlicher Intelligenz (KI) als einen zentralen Forschungsbereich, der durch Transparenz, Mitgestaltung und Kontrolle geprägt sein sollte. Er leitet das Forschungsprogramm „Design vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz“ am Center for Advanced Internet Studies (CAIS), wo er mit seinem Team untersucht, wie Nutzer Vertrauen in KI-Systeme aufbauen können.
Ein wesentlicher Aspekt seiner Forschung ist die Partizipation der Nutzer an der Entwicklung von KI. Heuer glaubt, dass es entscheidend ist, die Ideen und Bedürfnisse der Nutzer von Anfang an in den Entwicklungsprozess einzubeziehen. Dies soll nicht nur das Verständnis für KI-Systeme fördern, sondern auch deren Transparenz und Erklärbarkeit verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Kontrollwerkzeugen, die dazu beitragen sollen, Diskriminierung zu verhindern und sicherzustellen, dass KI-Systeme fair und gerecht agieren.
Heuer betont, dass Vertrauen in KI nicht nur durch technische Lösungen, sondern auch durch einen gesellschaftlichen Diskurs und geeignete Regulierungen gefördert werden muss. Diese Ansätze sollen dazu beitragen, die bestehenden Vorurteile in den Daten zu identifizieren und zu minimieren, um die Integrität und Zuverlässigkeit von KI-Anwendungen zu gewährleisten.“

 

Der kursive Text stammt aus der KI-Homepage perplexity.ai und beantwortet die eingegebene Frage „Wie sieht Professor Heuer die Zukunft der KI-Vertrauenswürdigkeit?“. Die Antwort entspricht den Tatsachen und wurde im Vortrag und in der anschließenden lebendigen Diskussion von Prof. Heuer bestätigt.

 

Helmut Magel

Fotos: Clemens Cording