Auf die Perspektive kommt es an, und der erste Eindruck kann trügerisch sein

 

Kunsthistorische Führung im Skulpturenpark Waldfrieden am 21. Juni 2022 

 

Bei tollem Wetter fanden sich 11 vfsa-Mitglieder ein, um den sehr spannenden Ausführungen von Frau Celia-Maria Schmidt zu folgen. Die angehende Kunsthistorikerin berichtete uns, dass am Ende des zweiten Weltkrieges Kurt Herberts das Anwesen erwarb und mit dem Architekten Franz Krause anstelle das alten, jedoch zerstörten Hauses einen Neubau entwarfen. Das Gebäude vermittelt einen anthroposophisch inspirierten organischen Eindruck durch die Vermeidung rechter Winkel und Betonung abgerundeter Formen. Einfallendes Licht wurde geschickt genutzt durch Oberlichter und große Glasfronten. Nach langem Leerstand erwarb 2006 Tony Cragg aus Liverpool Villa und Gelände, wohl auch wegen der ähnlichen Wetterverhältnisse seiner alten Heimat und Wuppertal, so kommentiert von Frau Schmidt.


Tony Cragg nutzte das Gelände als idealen Ausstellungsort seiner eigenen Kunstwerke und der namhafter internationaler Künstler. Das erste Highlight, das uns Frau Schmidt vorstellte, war dann auch eins von Tony Cragg: die „early form“.

Die Assoziationen, die von uns im Anblick der langgestreckten, liegenden Skulptur geäußert wurden, reichten von technischen Begriffen (Kurbelwelle) über Gebrauchsgegenstände (Sattel) bis zu Lebewesen (Wurm). Die dieser Bronzeskulptur zugrunde liegende Idee war die Darstellung einer komplizierten Bewegung einer offenen Flasche, die auf ihrem Weg offene Gräben und geschlossene Flächen hinterlässt.
Die zweite Skulptur von Tony Cragg, die uns Frau Schmidt vorstellte, täuscht den Betrachter über das verwendete Material. Die gelbe Plastik, die nur auf drei filigranen Füssen ruht, ruft den Eindruck von Leichtigkeit hervor, besteht jedoch aus tonnenschwerem Bronzeguss, welcher beschichtet und schließlich gelb lackiert wurde.


Das wohl bekannteste Werk von Tony Cragg sind die drei Skulpturen „Point of view“, ebenfalls aus Bronze gefertigt. Hier ist der persönliche Blickwinkel entscheidend, um verschiedene Gesichter in den einzelnen Säulen zu erkennen. Auch dieses Werk vermittelt sehr stark den Eindruck von Bewegung und Dynamik.

Jaume Plensa verstörte uns etwas durch die mit dem Blickwinkel wechselnde Ansicht seiner Marmorplastik „Mariana W’s world“. Der Künstler nutzte die zufällig im Marmor vorhandenen dunklen Streifen, um die Erscheinung der Darstellung zu verstärken und zu verfremden.


Nach den Worten von Frau Schmidt reduziert sich hier die Kunstschaffung auf den archaischen Dialog zwischen Künstler und Stein. Im Gegensatz dazu stehen die komplexen Bronzeskulpturen, die ein ganzes Team von Experten zur Fertigung benötigen.
Andreas Schmitten bietet und einen sehr persönlichen Einblick in seine Kunst.

Die Bronzeskulptur „Tochter“ besteht aus einem an Sanitärkeramik erinnerndes Becken mit zwei schwanenähnlichen Hälsen, wobei man den Eindruck haben kann, dass der längere Hals dem kürzeren zugeneigt ist und offenbar eine Schutzfunktion ausübt. Ebenso wird hier der Betrachter durch die weiße Oberfläche getäuscht, denn es handelt sich um Bronze, die entsprechend behandelt und weiß lackiert wurde.
Die von Schmitten in mehreren Skulpturen enthaltenen, an (Wasch-) Becken erinnernde Elemente mögen seine Erfahrungen mit dem durch die Pandemie bedingtem Waschzwang widerspiegeln, so Frau Schmidt. Dem Künstler ist eine Sonderschau in der lichtdurchfluteten Halle im oberen Teil des Geländes gewidmet.

Weitere Exponate wie der „Mann mit Fahne“ von Thomas Schütte und die den Wuppertalern bestens bekannte Skulptur „draped seated woman“ von Henry Moore wurden besprochen und erläutert.
Allgemein wies Frau Schmidt daraufhin, dass die Wirkung der einzelnen Skulpturen in besonderem Maße auf deren Präsentation im Freien beruht. Der Wald und das wechselnde Tageslicht gehen mit den Exponaten je nach Jahreszeiten und Wetter eine beeindruckende Wechselwirkung ein. Zusätzlich vermittelt der jeweilige Blickwinkel einen sich ändernden Eindruck.


Dank der Führung durch Frau Celia-Maria Schmidt konnten wir einen sehr anregenden Nachmittag verbringen. Beim Besuch im Café Podest ließen wir diesen Tag ausklingen.


Bernhard Czeska


++++ Philosophischer Gesprächszirkel | 8. September 2022, 17 Uhr | Thema: Heller als tausend Sonnen – Das Schicksal der Atomforscher ++++

Corona holt uns wieder ein ...

Teil V der Corona-Serie

 

Eigentlich sollte meine Corona-Serie mit dem letzten Text über das Post-Covid-Syndrom beendet sein. Doch Corona hat uns wieder eingeholt. Aller Voraussicht nach werde es zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen schon im Sommer kommen, heißt es im Wochenbericht des RKI vom 9. Juni.

Dabei spielen auch neu aufgetretene Sublinien der Omikron-Variante eine Rolle: BA.4 und BA.5. Was es damit auf sich hat und was der Expertenrat für den Herbst empfiehlt, ist  in Service/Zeit zusammengefasst.

 

Lesen sie weiter unter ServiceZeit im Mitgliederteil!


 

Beiträge zum Studium für Ältere findet ihr hier.


Herzlich willkommen bei den Senior-Studierenden!

Wir sind die Interessenvertretung der Älteren Studierenden an der Bergischen Universität Wuppertal. Die Senior-Studierenden haben nicht wie die Regelstudenten eine eigene Fachschaft, die sie vertritt, sondern den vfsa e.V. als selbst organisierende Studierendenvertretung in Form eines Vereins.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Studium für Ältere an der Bergischen Universität und den Senior-Studierenden Beratung und Unterstützung anzubieten. In enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Weiterbildung der Universität steht der vfsa e.V. für ein weitgehend uneingeschränktes Studium für Ältere. Für dieses Ziel engagieren wir uns auch überregional und zwar im „Deutsches Netzwerk der Interessenvertretung von Senior-Studierenden“ (DENISS e.V.), wo wir im geschäftsführenden Vorstand mitwirken.

Über das Aktuelle im Verein, im Studium für Ältere, über Veranstaltungen und Aktionen informieren Sie die folgenden Seiten unserer Homepage.    


Download
vfsa-Flyer_2022.pdf
Adobe Acrobat Dokument 165.4 KB
Download
vfsa_Satzung 2020_Stand 2014.pdf
Adobe Acrobat Dokument 144.4 KB