Führung durch das Briller Villenviertel

Die Seniorstudierenden im Wintersemester an der BUW unter Coronabedingungen

Am 30.09. 2020 fand eine Führung durch das Briller Villenviertel statt. Unser Mitglied Martina Boquoi führte (coronabedingt begrenzt) acht interessierte Mitgliederinnen und Mitglieder durch das Viertel, das als eines der größten Gründerzeit-Villenviertel in Deutschland gilt. Viele reiche Elberfelder Kaufleute und andere, die es sich leisten konnten, bauten in der Zeit von 1830 bis zum ersten Weltkrieg hier am Berg ihre Häuser, die noch heute einen Eindruck des damaligen Reichtums zeigen. Martina Boquoi, selbst Bewohnerin im „Viertel“, wusste bei so manchem Haus die damaligen Architekten und Besitzer zu nennen und auch manchen heutigen Besitzer. Namen wie Bayer, Springorum und Wicküler sind Wuppertalern ja durchaus geläufig.

 So erfuhren wir bei diesem interessanten Rundgang durch die Roonstrasse, Viktoriastrasse, Bismarckstrasse und am Deckerhäuschen viel. Ebenso, dass die Katernberger Strasse das Viertel in „rechts“ und „links“ trennt, es alle Jahre ein Anwohnerfest gibt, an dem sehr viele teilnehmen und das der Zusammenhalt im „Viertel“ nicht zuletzt deshalb gut ist.

So schön damals gebaut wurde, so gerne man diese prächtigen individuellen Häuser bewundert, Martina wußte auch von den Auflagen des Denkmalschutzes zu erzählen, von den Mühen damit und vor allem Kosten, die die heutigen Besitzer zu tragen haben, um alles im Sinne des Denkmalschutzes zu renovieren und zu erhalten.

Bei dem Rundgang wurde auch der niederländisch-reformierte Friedhof an der Katernberger Strasse besucht, auch als „Rosenfriedhof“ bekannt, da an jeder Grabstelle ein Rosenstrauch gepflanzt ist. Durch ihr Wissen und die lockere Erzählung auch mancher Anekdote erlebten wir einen kurzweiligen und hochinteressanten Rundgang. Martina Boquoi können wir dafür nur danken. Auch das Wetter spielte mit und so ließ sich im Laufe des Rundganges sogar der blaue Himmel sehen.

 

Autor: Hubertus Engelmann  (5.10.2020)


Herausforderung, Freude und Gewinn

Erfahrungsbericht einer Seniorstudierenden über eine privat organisierte Lateinlerngruppe

Seit Beginn des letzten Wintersemesters besteht unsere kleine Senioren-Lateinlerngruppe, bestehend aus drei Schülerinnen und unserem Lehrer, der als Mediziner das große Latinum besitzt.
Wenn ich erzähle, dass ich, als Seniorin, nun die lateinische Sprache erlernen möchte,  höre ich häufig Antworten wie: jetzt noch? Latein – eine tote Sprache, Latein bringt doch nichts, so ein schweres  und trockenes Paukfach! – Befass dich doch lieber mit Italienisch oder Spanisch, da kannst du doch noch etwas mit anfangen. So gibt es ganz unterschiedliche positive wie negative Reaktionen und Erfahrungen derer, die bereits als Schüler Latein gelernt und ihr kleines oder gar großes Latinum haben, oder auch derer, die sich nie mit dieser Sprache beschäftigt haben. Und  sagt der Volksmund nicht auch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?


Zur Entstehung unserer Lateinlerngruppe kam es durch eine Unterhaltung, die ich mit einer Seniorstudierenden auf dem letzten nicht digitalen Semesterabschlussgrillfest hatte. Im Rückblick auf unsere frühere berufliche Tätigkeit als Auslandkorrespondentin und Übersetzerin für die englische und französische Sprache bedauerten wir beide,  in jungen Jahren kein Latein gelernt zu haben und waren uns einig in dem Wunsch, dies noch nachzuholen. An der Uni gibt es für Studierende ein Angebot, das kleine Latinum innerhalb von zwei Semestern intensiven Sprachunterrichts zu erlernen, wenn es für ihr Studium notwendig ist. Wir fragten uns, ob dies auch eine Möglichkeit für uns sein könnte, aber ganz ohne Vorkenntnisse?  Wir baten Dr. Manfred Haug aus dem Vorstand des vfsa um seine Meinung. Wir wussten, dass er Schülern Nachhilfe in Latein gibt.  Er bot sich spontan an, uns Lateinunterricht zu geben. Das war natürlich eine wunderbare Lösung und wir verabredeten gleich eine Zeit  für ein erstes Treffen in der Unikneipe mit Beginn des Wintersemesters. Eine dritte Seniorstudierende kam noch dazu. Unsere jeweilige Motivation war unterschiedlich: eine Schülerin wollte Lateinkenntnisse für ihr Philosophiestudium  erwerben, die andere ihr Latein aus der Schulzeit wieder auffrischen; ich selbst hatte schon immer ein besonderes Interesse an Grammatik und es sehr schade gefunden, seinerzeit nicht Latein gewählt zu haben. Denn mir war eigentlich immer schon klar, dass diese Sprache für das grundsätzliche Verständnis von Sprachstrukturen und Grammatik, somit auch anderer Fremdsprachen, sehr bedeutsam ist.


Zunächst wurde die notwendige Basis-Literatur besprochen, die für unsere Lerngruppe angeschafft werden sollte. Unser Lehrer erklärte uns die Besonderheiten  im Umgang mit dem  (noch kleinen) Langenscheidt Lateinwörterbuch, der ersten Grammatik für den schnellen Überblick, der Kurzgrammatik für Verben, Substantive etc. und begann allmählich, uns mit kleinen Übungen, Sätzen und kurzen Texten an die Sprache heranzuführen.  So machten wir die ersten Erfahrungen mit der lateinischen Grammatik. Wir erfuhren, dass es fünf Deklinationsformen der Substantive gibt, wie Adjektive sich zum Substantiv verhalten, dass es ebenso fünf Konjugationen der Verben gibt, von welchen Stämmen sich die Verben ableiten lassen,  wie die Zeiten zu bilden sind,  etc. etc. Das war natürlich erst der Anfang.
Bald schon stellte ich fest, auf  was ich mich eingelassen hatte. Oft verzweifelt, dass es mit dem Behalten doch nicht mehr so leicht ist. Gerade noch glaubte ich,  beispielsweise, die A- und O-Deklination der Substantive in allen 6 Kasus, im Singular wie im Plural, auswendig sagen zu können, schon musste ich  doch wieder ins Buch schauen. In kleinen Übersetzungen lernen wir, die Sätze systematisch auseinderzunehmen. Wo ist das Verb, in welcher Zeit steht es, wo ist das Subjekt? Wir lernen,  dass manche lateinische Formen sich nur in einem einzigen Buchstaben unterscheiden und wie genau man hinschauen muss, um einen Satz sinnvoll zu übersetzen. Was passt wozu, was gehört zusammen? Es ist wie ein schwieriges Puzzle, das zu lösen gilt, eine wirkliche Denksportaufgabe. Genauigkeit und Gründlichkeit, vor allem auch Kombinationsvermögen und unser Denken werden trainiert.

 
Mit großer Geduld führt unser Lehrer uns durch die Übungen, gibt die nötigen Erklärungen, hilft beim Analysieren der einzelnen Elemente.  Beruhigt und motiviert uns, wenn wir unsicher werden. Das Schöne an unserer Lerngruppe ist, dass wir ohne den schulischen Druck und mit wirklichem Spaß lernen können. Aus den Fragen und  Anmerkungen der  Einzelnen lernen wir alle. Ganz nebenbei erfahren wir übrigens viel Interessantes  über das Leben der Römer und die römische Geschichte (wie zum Beispiel, dass Cäsar mit 23 Stichen getötet wurde!). Natürlich sind wir erst ganz am Anfang. Aber sicher ist wohl, dass je tiefer man in diese Sprache eintauchen wird, desto mehr wird ein Dialog mit der Antike, eine Beschäftigung mit philosophischen und religiösen Fragen erfolgen können. 

 
Noch vor Corona fand unsere Lerngruppe regelmäßig in der Unikneipe im Kreise anderer Studenten und Dozenten statt. Bei Cappuccino oder Kakao liefen die 1,5 Stunden immer mit großem Eifer und Freude  ab. Auch gab es natürlich  Zeit für ein Gespräch über aktuelle Themen oder einfach nur zum Plaudern und netten Austausch. Nun treffen wir uns digital regelmäßig über Zoom. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, in ein Zoom Meeting hereinzukommen,  klappt auch diese Form des Treffens und Lernens inzwischen sehr gut.  Diese Zoomtreffen bieten auch einen großen Vorteil: die Fahrten zur Uni sind nicht nötig und man kann bequem von zu Hause aus arbeiten.  
Und wie stehe ich nun, nach einem Jahr Lateinunterricht, zu den eingangs erwähnten Vorurteilen? Eine Herausforderung ist das Erlernen von etwas ganz Neuem sicherlich, aber sie bringt mir auch einen großen Gewinn.  Zu merken, dass es nicht mehr leicht ist, etwas neues zu verstehen und zu behalten, aber dennoch schrittweise in diese fremde Sprache hineinzutauchen, Sicherheit zu bekommen und so mehr und mehr zu verstehen, ist ein schöner Erfolg. Natürlich fällt Neues zu lernen im Alter zunehmend schwerer, aber,  „Hans“ kann ja noch lernen, das ist neurowissenschaftlich nachgewiesen. Und es ist sicher richtig, dass der älter werdende Mensch sich dem  Konzept des lebenslangen Lernens nicht  verschließen sollte, um weiterhin „wach“ zu bleiben für die Veränderungen und Entwicklungen unserer Zeit. Das Gehirn will gebraucht, also ständig gefordert und trainiert, werden. Und die lateinische Sprache bietet dafür ein sehr gutes Training.  
Als tote Sprache kann ich Latein gar nicht sehen. Es stimmt wohl, dass es schon lange keine lateinische Muttersprache mehr gibt und keiner mehr aktiv Lateinisch spricht. Aber hinsichtlich der Inhalte ist diese Sprache hochaktuell, da viele Texte lateinischer Autoren zur Weltliteratur gehören. Und das Lateinische lebt nicht nur in seinen Tochtersprachen sondern auch im Englischen und Deutschen.
Dass Latein ein Paukfach ist, stimmt allerdings. Strukturiertes und intensives Lernen von Formen und Verben ist natürlich notwendig. Da habe ich noch einiges vor mir. Wie man wieder lernt zu lernen, dafür entwickelt sicher  jeder seine eigene Methode.
Ich bedaure nach wie vor, früher nicht Latein gewählt zu haben. Für das Erlernen anderer Fremdsprachen wäre es sicher sehr unterstützend  gewesen. Denn ich erlebe jetzt schon, dass mein grundsätzliches Verständnis für Sprachstrukturen und Grammatik sich weiter vertieft.


Aber immerhin, es ist ja nie zu spät zu lernen.

Autor: Petra Jastremski  (26.09.2020)


Dagmar Rennecke: Dank der guten Informationen durch die Uni bin ich gut in Zoom hereingekommen. Allerdings hab ich noch nicht herausgefunden, wie ich die Kamera ein- bzw. ausschalte. Ich besuche eine Vorlesung und ein Seminar, die über Zoom ablaufen. Das ist für mich nicht nur neu, sondern auch gewöhnungsbedürftig, weil a) auf dem Bildschirm zusätzlich Leisten mit den Teilnehmern, der Powerpointpräsentation und dem Chat zu beobachten sind und b) die Diskussionen über Chat für mich völliges Neuland sind. Also heißt es für mich ”dranbleiben“ und ”üben“.
Mein besonderer Dank gilt Frau Gembler, die mit ihren kleinschrittigen Anleitungen sehr hilfreich ist.

Angela Mahnkopf: Die Einarbeitung in Uni@home fand ich zunächst nervig und zeitfressend, allmählich wird manches selbstverständlicher und ich bin jedes Mal stolz, wenn mir etwas Neues gelingt. Geholfen haben mir die Erläuterungen und Videos von Frau Gembler (Begleitseminar 2 zum Studium für Ältere) zur Arbeit mit Moodle (incl. Hausaufgaben hochladen und chatten), einiges wusste ich noch nicht. Aktuelle praktische Erfahrungen habe ich mit einer Zoom-Video-Konferenz mit 25 Teilnehmern und mit einer Chatkonferenz machen können. Bei Zoom konnte ich zwar mitreden, aber mein Bild war nicht zu sehen (inzwischen klappt es) – ich fand die Diskussion viel anstrengender als in einem Seminar mit Anwesenheit! Eine Seminarstunde mit chatten über ein vorher festgelegtes Thema war einfacher: hier hat die Professorin sehr strukturiert die Sitzung geleitet und immer wieder zum Thema zurückgeführt.
Mein Fazit: ausprobieren, Fragen stellen, üben – bald klappt es besser als gedacht.

Manfred Haug: Um auf unsere bisherigen Erfahrungen mit UNI@home zurückzukommen, so war für mich zunächst ein gewisses Problem, den Einschreibeschlüssel ausfindig zu machen. Z.B. fand ich ihn für die Phil. Vorlesung nicht in Moodle sondern in der WUSEL („zweck“) war das Schlüsselwörtchen. Danach lief das Beitreten und Eintreten in den virtuellen Chat-room ohne Probleme Schritt-für Schritt gemäß Anleitung des Prof. Hartung, die ich mir ausgedruckt habe. Dort ist die URL zum Meetingbeitritt angegeben, die ich kopiert habe und in meine Google-Adressleiste eingefügt habe, außerdem hat  er seine Meeting-ID (9-stellig) und sein Meeting Passwort angegeben. Da man sich auch mit Mobilfunk einwählen kann (Vorsicht: kostet!) sind auch die möglichen Einwahlnummern angegeben (von Deutschland aus). Kurz: wenn man der in Moodle stehenden (erst nach Anmeldung und Eintrag in die Teilnehmerliste) Schritt-für Schritt-Anleitung folgt, kommt man ins Ziel.  Bei den folgenden Sitzungen wollte ich zunächst mit dem Prozedere von vorne anfangen, ich merkte jedoch bald, dass ein Klick auf die in der Adressleiste gespeicherte URL genügt.

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Wir fragen uns, wie Ihr mit dieser neuen Form des Lernens zurechtkommt, welche Erfahrungen Ihr bisher gesammelt habt, was Euch fehlt und ob vielleicht neue Bedürfnisse und Wünsche entstehen, vielleicht auch an uns als Vorstand?
Zögert nicht, uns anzusprechen!

Herzliche Grüße im Namen des Vorstands!
Angela Mahnkopf

 

 

Eure Mails bitte an unseren Vorsitzenden Bernd Tietz


Seniorenstudium an der BUW

Das Studium für Ältere dient der selbstständigen Auseinandersetzung mit sozial und geisteswissenschaftlichen Fragen sowie der Reflexion eigener privater wie beruflicher Lebenserfahrungen. Für ihren Einsatz an Motivation, Interesse und Leistung haben die Alters-
Studierenden Zugang zu Lehrangeboten aus folgenden Fächern:



 

Pädagogik / Politikwissenschaft / Soziologie / Psychologie / Geographie / Wirtschaftswissenschaft / Geschichte / Literaturwissenschaft / Philosophie / Katholische Theologie / Evangelische Theologie


Aktivitäten und Ziele des vfsa e.V.

  • Interessenvertretung für das Studium für Ältere an der Bergischen Universität Wuppertal
  • Kooperation mit der Bergischen Universität und ihren Organen/Gremien, insbesondere mit dem Zentrum für Weiterbildung (ZWB)
  • Studienergänzende Angebote
    – Vortragsveranstaltungen, wie z. B „Senior-Studierende treffen junge WissenschaftlerInnen“
    - Kulturelle Veranstaltungen, wie z. B. Museumsbesuche
  • Kontaktpflege und Erfahrungsaustausch mit den Fördervereinen/Interessenvertretungen anderer Universitäten

  • Aktivitäten in Kooperation mit dem Zentrum für Weiterbildung
    – Informations- und Beratungstag für am Studium im Alter Interessierte (jährlich im September)
    – Begrüßungsempfang für die NeuanfängerInnen im Studium für Ältere
    – Öffentlichkeitsarbeit für das Studium für Ältere